Tochter des Königs – liess mit sich geschehen, denn Zot war das Bild eines Mannes für die damalige Zeit und sehr angesehen. Ein Mann der Garde hörte die verräterischen Laute und versuchte Esmeralda zu retten, indem er sich ins Zimmer schlich und Zot seine Hellebarde in den Rücken rammte. Erst jetzt erkannte er Zot und wurde seiner Tat natürlich reuig. Esmeralda geriet in Panik und beschuldigte, ehe jemand etwas vernahm, die Wache des Angriffs auf ihre Keuschheit und machte Zot auf diese Art zum Märtyrer ...»
Maria schüttelt verständnislos den Kopf. «Was hat denn Kurts Tod damit zu tun?», will sie wissen. Willy atmet tief durch und spricht weiter: «Der Wachmann sollte bei der nächsten Gelegenheit hingerichtet werden. Vor der Vollstreckung seiner Strafe hatte er jedoch noch die Gelegenheit, diesen Brief mit der «wahren» Geschichte zu verfassen. Er beendet seinen Brief mit der Drohung, dass seine Seele erst zur Ruhe kommen wird, wenn sein Blut mit dem Blut der Zots gerecht wird ... Ich bezweifle, dass Hildagurd diesen Brief je bekommen hat. Vernichtet wurde er aber nicht, denn er befindet sich unversehrt in meiner Gewahr.» Maria läuft es kalt den Rücken herab. Sie ist zugleich fasziniert und erschrocken von dieser Geschichte. «Ich fand den Brief vor Jahren im Stadtarchiv. Natürlich zweifelte ich dessen Echtheit an, aber er stammt wahrhaftig aus dieser Zeit.»
Maria versucht ihre Gedanken zu ordnen. Etwas störte
sie. «... aber warum wurde denn Hildagurd ermordet?», fragt sie wie aus der Pistole geschossen. Willy ist verwundert über Marias Annahme, dass Hildagurt ermordet wurde. Seines Wissens erlag sie eines natürlichen Todes; so steht es jedenfalls in seinen Büchern.
Maria schaut wie paralysiert über das Wackertal hinweg. Wirre Gedanken schiessen durch ihren Kopf, und Gänsehaut befällt ihren ganzen Körper.


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