Natascha Badmann, 36
wohnhaft in Küngoldingen
Ironman-Siegerin,
Duathlon-Weltmeisterin,
Sportlerin des Jahres 1998/2002
www.nataschabadmann.ch
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Die Vorladung

Inzwischen ist es beinahe Nacht geworden. Noch immer sitzt Maria auf der Bank unter der Rottanne. Die schweren Äste geben ihr ein Dach über dem Kopf, so dass sie nicht einmal bemerkt, dass es zu regnen beginnt. Aber Maria friert, sie schlottert am ganzen Körper. Ihr Kopf gleicht einem Wespennest. Ein Gedanke treibt den andern. Sie hat nicht einmal richtig wahrgenommen, dass sich Onkel Willy davongeschlichen hat. Und dann die fragenden Worte aus dem Halbdunkel: «Bist du's, Maria?» Wie aus einem Alptraum geweckt, ruft sie dem Mann im Dunkeln zu: «Nicolas!?!» Es war Nicolas. Er erkennt gleich, in welch verwirrtem Zustand seine Frau ist. Er stützt sie beim Aufstehen, legt ihr die Hand um die Schulter und nimmt sie unter den schützenden Regenschirm.
Auch nach Stunden im geheizten Zuhause friert Maria
noch immer. Sie sitzt, mit einem Kissen zugedeckt, auf der Couch, daneben Nicolas. Auch wenn ihn die unheimliche Geschichte weniger zu berühren scheint und er sich immer abgeklärt zeigt, verrät sein starrer Blick Angst und Sorge. Schliesslich fordert Maria ihn auf, doch endlich etwas zu sagen. «Ich hab' schon etwas zu sagen», entgegnet er. «Weisst du, ich muss morgen vor dem Strafrichter erscheinen. Ich soll im Mordfall Kurt aussagen.» Maria bleibt nicht nur die Sprache, sondern auch der Atem im Hals stecken. Dann beginnt sie zu stottern: «Du, du hast doch mit der Sache nichts ...» – «Nein, hab' ich nicht, aber ich muss dennoch da hin.» Irgendwie erleichtert, dass er Maria dies mitteilen durfte, steht er auf und geht ins Schlafzimmer.
Und wieder sitzt Maria alleine da. Nicolas’ Aussage vereinfacht die Situation auch nicht. Sie ist ein Puzzlestein mehr in einem Rahmen, in den ohnehin kein Bild passt. Und zum x-ten Mal beginnt sie, einen roten Faden in die Horrorgeschichte zu fädeln. Immer wieder versucht sie, die Einzelheiten aneinander zu reihen. Im Zentrum der Gedanken steht immer wieder das Buch mit der Geschichte um Hildagurd von Zotingen. Dann der Alptraum mit der Eisenbahnbrücke, der sie immer wieder aus dem Schlaf holt. Und jetzt der Mord an Kurt, der die logische Fortsetzung der Erzählung von Hildagurd und des Traums zu sein scheint. Was ist Traum, was ist Wirklichkeit? So oft sie auch von vorne beginnt, Maria findet keinen Ausweg aus dem
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