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Beat Studer, 48
wohnhaft in Oberdorf bei Solothurn
Primarlehrer, Heilpädagoge, systemischer Paar- und Familientherapeut, seit 1998 Jugend- und Familienberater in Oftringen |
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Die Frage
Nach dem Konfirmationsessen im «Storchen» machten sich Nicolas und Maria zügig aus dem Staub. Sich schön anständig von allen zu verabschieden, schien ihnen zu anstrengend. Vor allem Maria drängte auf einen raschen Abgang. Sie hatte das Verlangen, mit Nicolas alleine zu sein, seine Meinung und Einschätzung der Sache zu erfahren.
«Welche Sache?», fragte Nicolas, als sie zu Hause angekommen waren. Sie hatten es sich im stuckverzierten Salon ihrer Villa bequem gemacht. «Na, dieser Brief, den Leo vorgelesen hat. Ist doch reichlich seltsam, dass erstens dieser stinkende und fluchende Nichtsnutz überhaupt an Jans Konfirmation aufkreuzt und er zweitens einen so aussergewöhnlichen Brief vorliest? Wo hat er den überhaupt her?» |
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Nicolas sagte nichts. Er stand langsam auf, ging in die Küche, schenkte sich einen Tomatensaft ein, würzte ihn mit Kräutersalz und einem Schuss Tabasco und kehrte in den Salon zurück. «Ja, ich weiss auch nicht.» Nicolas nippte, wieder schweigend, am Tomatensaft. Schweigen. Schweigen. Schweigen. Die Pendule tickte, leicht hinkend, wie Maria jetzt bemerkte. Sie ärgerte sich, dass ein derart belangloses Detail ihre Gedanken bestimmte. «Er weiss auch nicht», sagte Maria spöttisch zu sich selber. Sie wollte schon entmutigt das Thema fallen lassen, aufstehen und ohne noch viel zu sagen in ihr Schlafzimmer gehen, als Nicolas das Schweigen brach: «Weisst du, Maria», sagte er langsam, «eigentlich ist es mir völlig wurst, woher Leo den Brief hat und wieso er ihn an Jans Konfirmation der versammelten Gesellschaftt vorliest. Ich stelle mir nämlich eine ganz andere Frage. Ich war doch vorgeladen, beim Untersuchungsrichter, und da wurde mir gesagt, dass Kurt Willys unehelicher Sohn sei. Das würde bedeuten, dass dieser so genannt ermordete Kurt mein Cousin ist, und dass wir gemeinsame Vorfahren hätten ...» «Wieso sagst du so genannt ermordet?», unterbrach ihn, aufgeschreckt und bleich geworden, Maria.
Nicolas sah ihr lange in die Augen. Wieder füllte Schweigen den Raum. Die Pendule tickte, und jetzt war es Nicolas, dem auffiel dass das Pendel unregelmässig hin und her ging, nur, ihn ärgerte es nicht, sondern er nahm sich vor, die Standuhr bei Gelegenheit ins Lot zu |
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