Philipp Indermühle, 21
wohnhaft in Glashütten
Sportredaktor und Hobbysportler
www.fumaliga.ch
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Das Gesicht

Es war dunkel im Wohnzimmer. Die Kerze auf der hohen Kommode ganz in der Ecke vermochte den Raum nur schwach zu erleuchten. Einzig der Wind durchbrach die Stille. In unregelmässigen Abständen pfiff er um die Ecken des kleinen Hauses. Es war eine gewittrige Nacht. Kurt sass alleine auf dem ledernen Sofa, in Gedanken versunken. Noch immer konnte er kaum fassen, dass ihn die Leute für tot gehalten hatten. Er konnte sich nicht vorstellen, dass ihn jemand für immer aus dem Leben reissen mochte. Der Kaffee vor ihm auf dem Tischchen war kalt geworden, bloss einen Schluck hatte Kurt getrunken, ehe er sich nicht mehr aus seiner nachdenklichen Pose rührte. «Wie ist es möglich, dass ich für tot gehalten werde? Wieso wurden meine Verwandten nicht über meinen Tod benachrichtigt? Und wer ist denn nun der tatsächliche Tote?» Alles
Fragen, die ihm hier und jetzt niemand beantworten konnte.

Ein lautes Donnergrollen riss ihn aus seinen Gedanken. Er nahm die Tasse mit dem kalten Kaffee, um ihn in den Ausguss zu giessen. Vorsichtig begab er sich durch die Dunkelheit Richtung Küche, leerte seine Tasse und stellte sie in den Geschirrspüler. Langsam ging er wieder ins Wohnzimmer, lief auf das Sofa zu. Die Kerze spendete noch immer das einzige Licht. Doch nun hatte Kurt genug von der Dunkelheit. Er tastete sich zum Lichtschalter und betätigte ihn. Aber es blieb dunkel. Noch dreimal versuchte Kurt vergeblich die Lampe zum Leuchten zu bringen. Als wolle ihm der Himmel das gewünschte Licht spenden, erleuchtete nun ein Blitz den Wohnraum. Gewitter, Blitze, Donner ... Als kleines Kind fürchtete er sich immer davor. Nun hatte er zwar keine Angst mehr, doch ein mulmiges Gefühl war noch immer geblieben.

Schleunigst suchte er nun die Tischlampe gleich bei der Türe. Klick, klick ... wieder kein Licht. Und gleich darauf erleuchtete wiederum ein Blitz den Raum. Nun wurde es Kurt unheimlich. Er war nicht der Typ, der an Gespenster oder Ähnliches glaubte, trotzdem hatte er ein flaues Gefühl in der Magengegend. Mit zittrigen Knien bewegte er sich wieder zur anderen Seite des Raumes. Die Kerze stand noch immer da und spendete
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