Dieter Weuffen (D)
wohnhaft in Boningen
Wirtschaftsinformatiker, geniesst
es Bits, Bytes und Computer links liegen zu lassen, um mit Tinte, Prosa und Meister Duden die Klinge zu kreuzen.
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Ein Velo an der Bare

Nicolas vernahm das vertraute Blubb, die Autotüre fiel leise ins Schloss; was für ein Tag, nichts als Hektik, Hektik und Ärger. Eigentlich war er mit seinen Gedanken bei Maria und seinen eigenen Problemen, und deshalb war ein solch stressiger Tag einfach zu viel, kaum zum Aushalten.
Maria war nicht zu Hause, und in seinem Inneren war er darüber froh und erleichtert, er war sich nicht sicher, was ihn mehr belastet hätte, eine zünftige eheliche Auseinandersetzung, die schon seit geraumer Zeit in der Luft lag, oder das harte hoffnungslose Schweigen der letzten Tage. Wo sind wir nur gestrandet? Hatten wir nicht einst hoffnungsfroh unsere Beziehung begonnen?
So steuerte er auf die Garage zu, setzte sich auf sein Velo und fuhr einfach los.
Er mochte ziellos während einer Stunde gefahren sein, und als er das erste Mal vom Velo stieg, schlug die kleine Kirchturmuhr gerade 18 Uhr. Er hatte nicht die leiseste Ahnung, in welchem Ort er war, er war planlos vom Lauf der Bare auf diese wunderbare kleine Basilika zugefahren. Schon von weitem sah er die Schindeln an dem kleinen Holzturm.
Die Neugierde packte ihn, und er fuhr einen schmalen Weg hinauf. Der Klang dieser Uhr faszinierte und fesselte ihn; er war einzigartig hell, klar, sogar transparent und tief; im Inneren des Klangbildes war selbst etwas Rauchiges, Lebendiges. Die Glocken müssen sehr alt sein, schloss er daraus.
Der Platz vor der Kirche bot ein ganz besonderes Bild. Eine Mischung aus Kirchplatz und gemütlichem altem Bauerngarten. Die kleine Kirche befand sich direkt oberhalb der Bare, mit andächtigem Abstand umrahmt von alten Bauernhäusern, ein jedes stolz herausgeputzt. Von Osten kommend galt der erste Blickfang einem ehrwürdigen mächtigen Ahorn; dieser Platz verbindet gleichermassen die Vergangenheit mit der Gegenwart und das Leben mit dem Tod, schoss es ihm durch den Kopf.
Er lief zuerst einmal rund um die Kirche und atmete tief in sich hinein, als gelte es, die harmonische Atmosphäre in sich aufzunehmen. Immer wieder richtete sich sein Blick auf die Bare; der Fluss schien es eilig zu haben, die Strömung war ungewöhnlich stark. Rechts neben dem kleinen Gotteshaus lud eine gemütliche
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