Rémy Beusch, 39
wohnhaft in Rothrist
Sozial-Diakonischer Mitarbeiter, Reformierte Kirchgemeinde Rothrist
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Antoinette wird's richten!

Die weisse Bettdecke widerspiegelte das helle Licht des strahlenden Herbstmorgens. Maria zog ihre bleiernen Augenlider ganz langsam hoch, als wäre es ein schwerer Kraftakt. Verwundert sah sie sich blinzelnd mit ihrem glasig verschwommenen Blick um. Erst als sich die Augen klärten, entdeckte sie Nicolas, der eigenartig verkrümmt auf einem Stuhl neben dem Bett sass. Fragen über Fragen purzelten Maria durch den Kopf: Wo bin ich? Wieso bin ich im Spital? Wer hat mich hierher gebracht? Wieso schläft Nicolas neben mir? Und wer ist diese elegante Dame im roten Kleid, die am Fussende des Bettes sitzt und mich so aufdringlich verständnisvoll anblickt?

«Guten Tag, Maria!», klang es freundlich in die Stille hinein. «Wie gut, dass ich dich endlich kennen lernen kann!
Wie geht es dir?» Nicolas fiel wegen der plötzlichen Unterbrechung der Ruhe beinahe vom Stuhl. Er rappelte sich schlaftrunken auf und zeigte einen furchtbar zerknitterten Gesichtsausdruck. Doch schon sprudelten die Fragen aus ihm heraus, als ob er die ganze Nacht an nichts anderes gedacht hätte: «Maria! Bist du wohl? Was ist dir gestern passiert? Wer ist dieser Patric? Und hast du schon gehört, was mit Leo passiert ist?»

Maria schloss langsam ihre Augen und versuchte auch ihre Fragen loszuwerden: «Wer sind Sie? Wieso bin ich im Spital? Und was habt ihr mir für Medikamente gegeben?» Weiter konnte sie nicht sprechen, ihre Zunge schien bleiern und die Gedanken noch ohne Kraft und Zusammenhang.

«Ich bin Antoinette, die ältere Schwester von Ursula und die Cousine von Nicolas, der mir immer nur 'Toni' gesagt hat, wenn er uns früher als Junge in Zotingen besucht hatte. Von Willy habe ich letzte Woche in einem Brief erfahren, dass ich noch einen Halbbruder hatte, der nun zu beerdigen sei. Gleichzeitig schrieb er aber viel von dir, liebe Maria, und von deinem Mann. Vor allem darum komme ich jetzt auch von den Fidschi-Inseln zurück in meine alte Heimat. Nun soll sich nämlich endlich alles zum Guten wenden! Aber warte, ich bringe dir erst einen guten Kaffee, das macht dich wieder wach.» Und mit einem vorwurfsvollen Blick zu Nicolas meinte sie:
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